Gastro-Guide

Stadt

Postleitzahl

Ist das nicht Körperverletzung?

Hallo, gerne möchte ich dem interessierten Leser einmal eine Woche im Leben zweier Nichtraucher in Deutschland im Jahre 2006 schildern (und das ist alles wahr und nicht übertrieben!).

Montag

Mein Mann und ich haben große Lust, mal wieder Billard spielen zu gehen. Wir gehen in eine Pool-Billard-Halle. Uns empfängt schon in der Eingangstür eine Rauchwand. Wir denken, egal, wir wollen auch mal ein bisschen Spaß in der Öffentlichkeit haben. Wir können doch nicht immer nicht weggehen, nur weil dort geraucht wird. Wir halten es genau eine Stunde aus und flüchten im wahrsten Sinne des Wortes nach draußen an die frische Luft. Unsere Kleidung wandert zu Hause sofort in die Wäsche, der Zigarettenqualm liegt uns trotz mehrmaligem Naseputzen in der Nase. Wir können das nicht riechen und ekeln uns. Zum Glück haben wir beide kurze Haare, sonst würden wir die auch noch waschen müssen. Jetzt werden wir bestimmt erstmal ein paar Monate nicht mehr Billardspielen gehen, weil es da wirklich sehr verraucht war.

Dienstag

Mein Mann und ich sind kaputt und müde von der Arbeit. Kochen wollen wir heute Abend nicht mehr. Wir entscheiden uns für das neue italienische Restaurant bei uns um die Ecke. Die Kellnerin ist nett. Der Vorspeisensalat lecker. Neue Gäste kommen rein, setzen sich an den Tisch neben uns und fangen an zu qualmen (eine Nichtraucherzone gibt es in dem Restaurant natürlich nicht). Unser Essen kommt und duftet nach Pasta mit Nikotin. LECKER! Wir stinken wieder nach Qualm, schmeißen die Kleidung danach in die Wäsche und ärgern uns, »Soll man die Leute am Nebentisch anbrüllen? «. Wie schön wäre es doch, das Essen ohne Qualm GENIESSEN zu können.

Mittwoch

Wir bleiben zu Hause, da wir uns erholen müssen. Zu oft in einer verrauchten Zone und ich bekomme tatsächlich eine Erkältung (oder ist es eine allergische Reaktion)?

Donnerstag

Mein Chef hat mal wieder vergessen, dass wir ein Nichtraucherbüro haben. Rausgehen ist ihm zu kalt. Er raucht (immerhin bei halboffenem Fenster) in seinem Büro. Ruft mich öfter zu sich. Ich japse nach Luft und stinke abends so, als wenn ich aus einer Kneipe kommen würde.

Meinem Chef habe ich das schon oft gesagt, dass mich das krank macht, aber er „vergisst“ es immer wieder! Was soll ich da machen? Meinen Chef verklagen? Jobs liegen heute auch nicht mehr auf der Straße herum!

Feierabend. Wir gehen ins Kino. Im Foyer riecht es - wie soll es auch anders sein - nach Qualm. Glücklicherweise darf im Kino selber (aus Sicherheitsgründen? Warum gilt das eigentlich nicht für andere öffentliche Bereiche???) nicht geraucht werden. Wir haben einen schönen Abend, weil man sich ja nicht zu lange im Foyer aufhalten muss. Aber auch dort ist kalter, abgestandener Zigarettenqualm nicht gerade einladend.

Freitag

Mein Mann und ich haben einen Tag frei. Wir gehen einkaufen. In einer Einkaufspassage gibt es viele gute Geschäfte. Alles ist überdacht und bei Regen ist das sehr praktisch. Äh, wäre es praktisch, wenn nicht darin auch geraucht würde. Die Luft ist rauchgeschwängert dort und wir entscheiden uns dann letztendlich für Shopping im Regen, damit wir wenigstens atmen können.

Freitagabend. Ich würde gerne mit ein paar Freunden in die Disco gehen. Aber entscheide mich dann doch für einen gemütlichen Abend zu Hause, denn ich habe wirklich keine Lust, mich zuräuchern zu lassen und am nächsten Tag keinen Pieps mehr herauszubringen (ja, ich werde von dem Qualm heiser!!!)

Samstag

Ich habe einen Frisör-Termin. Ich bin entspannt, bekomme einen Espresso und eine Kopfmassage. Das habe ich mir nach einer anstrengenden Woche auch verdient. Ich habe eine Haarkur in den Haaren, bin glücklicherweise schon fast fertig. Ein Mann setzt sich neben mich und fängt an zu qualmen. Ich denke nur, eigentlich sollten die Haare nach dem Frisörtermin frisch und angenehm riechen. Ich bin froh, als ich endlich „flüchten“ kann. Ich ärgere mich, dass ich nichts gesagt habe. Man will ja auch nicht als »militanter Raucherhasser« da stehen.

Samstagabend gehen mein Mann und ich im Wald spazieren und schnappen frische Luft. Danach machen wir mit unseren Nachbarn einen DVD-Abend. Die beiden sind auch Nichtraucher und wir haben einen schönen entspannten Abend.

Sonntag

Wie gerne würde ich mal eine Tour durch die Kneipen der Düsseldorfer Altstadt machen. Unter Leute kommen. Was trinken und essen. Voll mit dabei sein. Vielleicht auch mal mit netten Leuten quatschen. Aber wenn ich an den ganzen Rauch dort denke, vergeht mir die Lust und ich bleibe lieber zu Hause!

UNS STINKT ES ZURZEIT GEWALTIG UND WIR SIND DEFINITIV FÜR EIN RAUCHVERBOT IN DER ÖFFENTLICHKEIT!

Nichtraucher müssen stärker geschützt werden!


Gestartet von Stephanie aus Hilden bei Düsseldorf am Samstag, 18. Februar 2006 - 21:25 Uhr. Stephanie ist Nichtraucher und findet Rauchfreie Zonen sehr wichtig und nötig.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Sie können der Erste sein!

Kommentieren Sie jetzt

Kommentar (mindestens 100 Zeichen)

Name

E-Mail

Hinweis: Bitte geben Sie ihre aktuelle E-Mail-Adresse ein, da Sie nach dem Abschicken eine E-Mail geschickt bekommen mit der Sie ihren Eintrag freischalten.


Übersicht Nächste Diskussion »